viennaartweek November 17-23 2008
 
  
 
 
 
 

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The Center of Attention. Art as Sociotopia

Video still from »The World of Sound, the War and the Gun,« video/editing: Anna Ceeh, sound: PTU /RU, 32:85 min, © Anna Ceeh, 2009/VBK, Vienna

Montag, 16., bis Sonntag, 22. November 2009
Konzept und Realisierung:
Ursula Maria Probst

Künstlerische Projekte in »Zwischenräumen«, also Räumen, die kurzfristig für Ausstellungen genützt werden können, wirken sich äußerst stimulierend auf die kulturelle Dynamik einer Stadt aus. Wien verfügt über eine pulsierende Kunstszene, an der Künstlerinnen und Künstler aus süd- und osteuropäischen Ländern oder anderen Regionen der Welt rege beteiligt sind, die grenzüberschreitende Projekte oder Kooperationen mit anderen in Wien lebenden Künstlern realisieren. Gefördert durch Artistsin-Residence-Programme, entsteht auf diese Weise ein reger Austausch mit internationalen künstlerischen Tendenzen.
Der Ausstellungstitel »The Center of Attention. Kunst als Soziotopie« verweist auf die sozialen Beziehungen zwischen Künstlern und Kuratoren, aus denen Kunstprojekte hervorgehen. Er hinterfragt die Einlösung sozialer Utopien, die heute mit umgekehrtem Vorzeichen wieder an Relevanz gewinnen. Als Gegenpol zu einer Logik der zwanghaften Aktualität und im Unterschied zum Propagieren von Hypes befasst sich das Projekt mit der Entstehung von Soziotopen, deren Erweiterung durch die internationale Vernetzung vorangetrieben wird.
Für das Projekt »The Center of Attention. Kunst als Soziotopie« wurden in Wien lebende und arbeitende Künstler wie Anna Jermolaewa, Magda Tóthová, Anna Ceeh, Mirjana Djordjevic-Thaler, Kamen Stoyanov, Lazar Lyutakov, Miriam Bajtala, Karine Fauchard, Michael Weidhofer, Ana Hoffner, Ivan Jurica, Lina Dokuzovic, Ulrich Dertschei, Steven Guermeur, Ivan Moudov oder Marina Gržinic´ eingeladen, selbst Projekte durchzuführen oder wiederum jeweils zwei Künstler einzuladen. Die dadurch geschaffene offene Struktur bietet Raum für interdisziplinäre und interkreative Projekte. 20 Jahre nach dem Fall der Mauer befassen sich die Teilnehmer mit der politischen Frage, welche Auswirkungen geografische, soziale und kulturelle Gegebenheiten auf Identität, Künstlerbiografien, Beziehungen und Identifikation haben und wie Kunst einen zunehmend urbanen Lebensraum mitgestaltet.
Als Ausstellungsort wird ein »Zwischenraum« gewählt, und damit ein Ort, der bis dato im Kunstkontext nicht existiert hat. So sollen neue Aspekte in der strukturellen Veränderung einer pulsierenden Kunstszene aufgezeigt werden. »The Center of Attention. Kunst als Soziotopie« funktioniert als dynamische Ausstellung – als »work in progress and regress« –, die zur Plattform für künstlerischen Austausch wird, um Kunst und Leben miteinander zu verbinden. Anders als in Überblicksausstellungen geht es nicht einfach um einen thematischen Schwerpunkt, sondern um den künstlerischen Umgang mit performativer, konzeptueller und medienbezogener Kunst. Wie Künstler durch ihr persönliches Engagement die Kunstproduktion und die Konzeption neuer Kunstformate vorantreiben und dadurch den Stellenwert von Kunst vor dem Hintergrund der kulturellen, politischen und sozioökonomischen Entwicklung verändern, ist ein weiterer Ausgangspunkt. Dem Projekt »The Center of Attention. Kunst als Soziotopie« liegt eine vielschichtige und multidisziplinäre Kunstdefinition zugrunde, der zufolge künstlerische Arbeit mit einem politischen und ästhetischen Diskurs zu konfrontieren ist; so entstehen neue Ausstellungsformate. Kunst als Kommunikationsinstrument, als Kommunikationsträger, dessen gesellschaftliche Relevanz zunimmt, leitet sich damit aus dem jeweiligen Zentrum von kommunikativen Strukturen, Künstlerbeziehungen, kooperativen Kunstproduktionen und künstlerischen Soziotopen ab.

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